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Zum 540. Geburtstag und 470. Todestag von Nikolaus Kopernikus

Kategorie: Literatur Veröffentlicht: Freitag, 28. Dezember 2012

Nikolaus KopernikusNach dem Weltbild des Ptolemäus’ (geb. schätzungsweise um 100 nach unserer Zeitrechnung, gest. etwa 180 n. u. Z.) war die Erde eine Scheibe, die im Mittelpunkt des Universums steht. Dieses Weltbild sollte nicht bezweifelt werden, da es der Lehre der Kirche entsprach. Doch Kopernikus stürzte dieses Weltbild.

Nikolaus Kopernikus wurde am 19. Februar 1473 in Thorn an der Weichsel (heute polnisch Torun) als Sohn deutschstämmiger Einwanderer geboren. Die Eltern verstarben früh. Sein Onkel, ein gewisser Lukas Watzelrode, Bischof, nahm sich des verwaisten Jungen an. Nikolaus studierte in Krakau Theologie, doch die Mathematik und Astronomie interessierten ihn mehr als Glaubensfragen. Er war an verschiedenen italienischen Universitäten und kehrte  als  humanistischer Gelehrter nach Frauenburg (heute polnisch Frombork) zurück.



Als Existenzgrundlage verschaffte ihm sein Onkel eine Stelle als Domherr. Für diese Tätigkeit musste man nicht Priester sein, durfte aber trotzdem nicht heiraten. Da ihn Glaubensfragen nicht interessierten, spielten auch die Lutherschen Thesen für ihn keine Rolle.

Kopernikus hatte noch kein Fernrohr. Aus der Beobachtung des Himmels wusste er um die Unregelmäßigkeiten in den Bewegungen der Planeten. Sie laufen nicht immer auf einer Kreisbahn, sondern schleifenförmig.

Johannes Kepler, Astronom und Entwickler des Fernrohrs (Keplersches  Fernrohr), hat später ihre Bahnen genau errechnet. Durch das heliozentrische Weltbild wurde das geozentrische Weltbild des Ptolemäus’ ersetzt. Das heliozentrische Weltbild heißt zu Ehren Kopernikus’ auch das „Kopernikanische Weltbild“.

Kopernikus  ahnte  schon zu seiner Zeit den Konflikt  mit der Katholischen Kirche. Deshalb veröffentlichte  er sein Buch „Die Bewegungen der Himmelskörper“ erst kurz vor seinem Tode. Er starb am 24. Mai 1543 in Frauenburg.

Historisch ist belegt, dass 100 Jahre später Galileo Galilei zu der Aussage gezwungen wurde: „Sie bewegt sich nicht.“ Auf dem Sterbebett 1642 murmelte er: „Und sie bewegt sich doch.“ Die Katholische Kirche hat ihn erst 1992 rehabilitiert. 350 Jahre hat sie dazu gebraucht.
    
Über Kopernikus gab es bis in unsere Zeit lange Diskussionen, ob er nun Deutscher oder Pole war – ein völlig überflüssiges Gezeter! Wichtig sind letztendlich die Erkenntnisse.

Gerd Adolph