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Das erste Opfer des Krieges ist die Wahrheit

Kategorie: Hamburg Veröffentlicht: Montag, 26. Mai 2014

Heute eine Binsenweisheit – vor einhundert Jahren, als der erste Weltkrieg ausbrach, eine neue Erfahrung: Bevor der erste Schuss in einem Krieg gefallen ist, gibt es schon ein Opfer: Die Wahrheit.

Anders als bei den Kabinettkriegen im 18. Jahrhundert können moderne Kriege nur mit einer breiten Zustimmung der Bevölkerung geführt werden. So hat die Mobilisierung des Volkes für die Kriegsherren mindestens die gleiche Bedeutung wie die Mobilisierung der Armee.

 

Zwei Weltkriege später stehen wir heute fassungslos vor der Frage, warum Millionen von Menschen sich mit Begeisterung in die Schützengräben an Marne, Somme und Isonzo, bei Verdun und Białistok stürzten, warum sie sich wochenlangem Artilleriefeuer und fürchterlichen Gasangriffen aussetzten, warum sie Hunger für Kaiser und Vaterland auf sich nahmen.

Diese Bereitschaft, die sich Anfang August 1914 in einem regelrechten Karneval äußerte, war jahrzehntelang vorbereitet worden, indem ein völlig überspitzter Nationalismus in eine religiöse Sphäre gehoben wurde. Der Vortrag von Martin Kersting will der Entwicklung vom Nationalismus zum Chauvinismus und Imperialismus in den Köpfen der Menschen des frühen 20. Jahrhunderts nachgehen.

Kersting will aber auch zeigen, wie das „Augusterlebnis“ durch die „konservative Revolution“ in der Weimarer Republik instrumentalisiert und schließlich zu einem festen ideologischen Bestandteil der Nationalsozialisten wird.

Informations- und Diskussionsveranstaltung des DFV und des Jungerwachsenentreffs JETZT mit Dr. Martin Kersting, Leiter des JETZT in Steilshoop, am 17. Juni 2014 um 19.00 Uhr, Gründgensstr. 22, Hamburg (Bushaltestelle Alfred-Mahlau-Weg)