DFV Nord Termine
  
Neofaschisten, Rassisten und Mitglieder rechter Organisationen sind bei allen genannten Veranstaltungen unerwünscht:

 

Unserem Genossen Erich Wiechmann

Kategorie: Hamburg Veröffentlicht: Freitag, 17. Juni 2005
Erich Wiechmann ist im Alter von 80 Jahren am 10. März dieses Jahres
gestorben. Von 1997 bis 2003 war er Stellvertretender Vorsitzender des damaligen DFV-Landesverbandes Hamburg/Schleswig-Holstein e.V. Auf der Landeskonferenz im März 2003 im Hamburger Gewerkschaftshaus wurde Erich mit einem großen Blumenstrauß verabschiedet. Nach dem Zusammenschluss mit den Freidenkern in Mecklenburg zum Landesverband Nord wurde er Mitglied der Schiedskommission. Selbst an seinem Krankenbett und noch kurz vor seinem Tod musste er sich mit Angelegenheiten befassen, die sonst nicht zu seinen Obliegenheiten gehörten. Mitglieder des Vorstands haben ihn wiederholt am Krankenbett besucht und zum 80. Geburtstag - den er zu Hause feiern durfte - gratuliert. Umgehend habe ich in einer Zusammenstellung in memoriam   die Beiträge, die Erich Wiechmann von 1997 bis 2004 für die Rundbriefe des DFV Nord geschrieben hatte, veröffentlicht. (Diese Schrift hat 17 Seiten und kann gegen eine Spende angefordert werden).

In einer bewegenden Trauerfeier auf dem Friedhof in Hamburg-Ohlsdorf, deren Hauptrede Erich selbst vorbereitet hat und die seine Tochter hielt, kamen  auch Freunde, Kollegen sowie ein Mitkämpfer des Demokratischen Kulturbundes Deutschland, dessen Geschäftsführer Erich in Hamburg gewesen war, zu Wort.

 Günther Wilke, einer dieser Weggefährten, sagte in seiner Traueransprache dazu:
"Erich hat dieses Kapitel der Nachkriegsgeschichte aus eigenem Erleben im Jahre 2001 für die Zeitschrift des Deutschen Freidenker-Verbands (gemeint istr der DFV-Rundbrief des Landesverbands Nord) beschrieben. Auch in seinen Memoiren schildert er anschaulich diese finstere Zeit des Kalten Krieges, die immer noch der historischen Aufarbeitung bedarf, weil ohne ihre Kenntnis auch die jüngere Geschichte nicht verstanden werden kann, wie auch die ideologischen Auseinandersetzungen beweisen, die um den 60. Jahrestag der Befreiung von Krieg und Faschismus in den Medien stattfinden. Vielleicht wird dann auch der Zeitzeuge Erich Wiechmann zu Wort kommen, dem zu danken ist, dass er seine Erinnerungen aufgeschrieben hat."

Erich hat nicht nur nicht gedruckte Texte wie seine Biographie, und die Umdichtung von Heinrich Heine "Wintermärchen" hinterlassen. Zwei Bücher und eine Broschüre hat er veröffentlichen können: - "Liebe hat bunte Flügel" 100 Gedichte um ein ewiges Thema (verlag am park,     Berlin,2001) - "Zumutungen" Gedichte nach Aussagen der Bibel geschrieben zwischen Furcht un Hoffnung" (Verlag Schwarzenraben, Lippstadt, 2003) und - die Nr. 1 der Schriftenreihe des DFV, Lv. Nord, mit dem Titel "Was ist Leitkultur?"
Zu all diesen und anderen literarischen Werken von Erich wurden vom Freidenker- Verband Veranstaltungen angekündigt und durchgeführt. Viele Texte wurde mir bei Besuchen bei ihm von Erich vorgelesen; ausführlich schilderte er wiederholt seine vielfältigen Anstrengungen einen Verlage zur Veröffentlichung zu finden. Leider harren noch immer viele seiner Werke einer Veröffentlichung.

Seine große Liebe galt der Musik und hier insbesondere die von Richard Wagner.  Dieser Komponisten mit dem ambivalentes Verhältnis zu der damaligen Gesellschaft - vom Revolutionär und Teilnehmer am Dresdner Volksaufstand von 1849 zum Reaktionär  und Freund König Ludwig II. von Bayern - hat  Erich ein Leben lang beschäftigt. Der Hamburgischen Staatsoper, der er 25 Jahre als Leiter der Abonnentenbüros vorstand, hat er bis zu seinem Tode die Treue gehalten. Noch wenige Tage  vor seinem Tod , kurz nach seiner zeitweiligen Entlassung aus dem Krankenhaus und nach seinem 80. Geburtstag, hat er mit seiner Lebensgefährtin eine, seine letzte Aufführung der Staatsoper angehört und angesehen.

"Alles was schön ist, bleibt schön, auch wenn es welkt. Unsere Liebe bleibt Liebe - auch wenn wir sterben" Maxi Gorki
(Aus der Traueranzeige)


Mit Erich Wiechmann ist uns Freidenkern und allen demokratisch gesinnten Menschen ein großer Mitstreiter verloren gegangen! Sein Wissen und sein Wirken wird uns lange fehlen.