DFV Nord Termine
  
Neofaschisten, Rassisten und Mitglieder rechter Organisationen sind bei allen genannten Veranstaltungen unerwünscht:

 

Redebeitrag auf der Demonstration zum Antikriegstag am 1.September

Kategorie: Hamburg Veröffentlicht: Freitag, 16. September 2005
Liebe Freundinnen und Freunde!
Wir begrüßen euch im Namen unseres Bündnisses, das nun schon einige Jahre gegen Krieg und Besatzung arbeitet.  Wir freuen uns, auch an diesem Antikriegstag hier sprechen zu können; ein Ausdruck gegenseitiger konstruktiver Zusammenarbeit mit dem Hamburger Forum. Wir gedenken heute des faschistischen deutschen Überfalls auf Polen am 1.9.1939. Das wird allgemein als der Beginn des 2. Imperialistischen Kriegs bezeichnet. Doch gibt es viele, die den Angriff des deutschen und internationalen Faschismus auf die Spanische Republik, ausgelöst von Francos Putsch am 18.7.36 und den Einfall der japanischen Faschisten in China 1937 bereits als Beginn dieses Weltkriegs sehen. Im Frühjahr würdigten wir den 60. Jahrestag
des Sieges über den deutschen Faschismus. Doch schon im Mai 45
sammelten anglo-amerikanische Generäle bewaffnete Truppen der
Naziwehrmacht, um mit ihnen einen möglichen weiteren Krieg gegen die
Sowjetunion zu beginnen - das scheiterte, doch was begann, wird
vielfach als 3. Weltkrieg bezeichnet: der Kalte Krieg. In ihm wurde
in Europa weniger geschossen. Aber schon im Übergang zu ihm gab es
Hunderttausende Opfer; das waren die Einwohner Hiroshimas und
Nagasakis, die im Atomfeuer der zur Einschüchterung der SU gedachten
Bombenabwürfe starben und noch immer sterben; seine Opfer waren über
1 Million Vietnamesen, denen mit Bombenteppichen, Napalm, Giftgas,
Folter und Terror gezeigt werden sollte, daß Befreiungskampf "nicht
lohnt", sinnlos ist. Sie siegten dennoch. Die Sowjetunion und ihre
Verbündeten in Europa jedoch wurden sozusagen "totgerüstet"; der
kalte "3.Weltkrieg" zugunsten des Imperialismus entschieden. Und
heute? Vor kurzem führten wir einen Film auf mit dem Titel "Der 4.
Weltkrieg" - er zeigt Bilder aus dem weltweiten Widerstandskampf
gegen die Reichen, gegen die Weltmächte des Westens und ihre
Marionetten, von Mexiko über Argentinien, von Genua über Palästina
und den Irak bis Südkorea...
Liebe Freundinnen und Freunde, sagen wir es anders: Dieser
4.Weltkrieg ist nur eine neue Etappe in einem ENDLOSEN KRIEG gegen
die  Ausgebeuteten und Unterdrückten dieser Welt - sein Ende kann nur
das Ende einer barbarischen Weltordnung sein, in der eine Handvoll
parasitärer Ausbeuter über die Menschheit herrscht. Dieser Krieg hat
viele Formen, und die offene Aggression ist in ihm zum Alltag
geworden: die NATO überfiel 1999 Jugoslawien mit Bombenterror; 2001
griffen die USA Afghanistan an und besetzten es mit Hilfe der BRD und
anderer "Westmächte"; es folgte 2003 in eben solcher
Verbrecherkoalition der Überfall auf den Irak und seitdem der
Versuch, das Land zu besetzen, mit Mitteln und Methoden wie einst in
Vietnam, mit Bomben, Ausradierung von Städten und Dörfern, Massakern,
Massenverhaftungen, einem System des Terrors, der KZ's und der Folter
durch die Besatzer und ihre Marionetten; der Name Abu Ghraib steht
heute für dieses System wie vor 40 Jahren die "Teufelsinsel" Con Son
mit ihren "Tigerkäfigen".  Und dennoch ist der Widerstand des Volkes
nicht zu brechen, der von viel-fältigen Kräften getragen wird und vom
bewaffneten Kampf bis zu Boykottaktionen reicht.
WIR GRÜSSEN DIE FRAUEN UND MÄNNER DES IRAKISCHEN WIDERSTANDS! Wir
sind solidarisch mit eurem Kampf, versuchen, ihn mit unseren Kräften
zu unterstützen.
WIR GRÜSSEN DIE FRAUEN UND MÄNNER DES PALÄSTINENSISCHEN WIDERSTANDES,
die den Kampf für ihre legitimen Rechte gegen die zionistischen
Besatzer fortsetzen!
WIR GRÜSSEN DIE FRAUEN UND MÄNNER DER GANZEN WELT, die sich für ihre
Rechte als Menschen erhoben haben!
Vietnam hat 20 Jahre gegen die USA-Aggressoren gekämpft - das
irakische Volk erst zwei Jahre. Und schon wachsen die Probleme der
Besatzer, sinken ihre Fähigkeiten, andere Länder anzugreifen. Und das
wollen sie: Kuba, der Iran, Syrien, Libanon, Weißrußland, die VDR
Korea, Kolumbien, Nepal - das alles haben die Räuber im Visier. Und
die deutschen sind in vorderster Front dabei, getarnt unter dem
Friedensgeschwätz der Bundesregierung wird die Hochrüstung
vorangetrieben, die Bundeswehr "global einsatzfähig" gemacht,
marschieren BRD-Truppen durch Afghanistan, den Balkan und zahlreiche
andere Länder.
Laßt uns hier auch von jener Auswirkung dieses endlosen Kriegs
sprechen, die die Herrschenden unter "innere Sicherheit" fassen: die
radikale Beseitigung demokratischer Rechte und die Abschottung
Europas zu einer Festung, gegen die Menschen, die hierher fliehen,
weil ihre Länder von hier aus zerstört werden. Die maßgeblich von der
BRD, von Schily vorangetriebene Antiflüchtlingspolitik der EU hat das
Mittelmeer zu einem Massengrab gemacht. Die Asyl- und
Abschiebepraktiken der BRD sind zutiefst unmenschlich, die Lager, die
als "Residenzpflicht" bezei-chneten Verbote freier Bewegung, die
Arbeitsverbote und die einem Leben in Würde Hohn sprechenden sozialen
und medizinischen (Nicht-)Leistungen müssen bekämpft werden.
DIE SOLIDARITÄT MIT DEN FLÜCHTLINGEN, DEN VERFOLGTEN UND VON
ABSCHIEBUNG BEDROHTEN IST EIN UNTRENNBARER BESTANDTEIL UNSERER
KAMPFES!
Liebe Freundinnen und Freunde! diese Rede soll und muß kurz sein:
Viele von euch spüren eine andere Auswirkung des endlosen Kriegs
bereits am eignen Leibe. Wir reden von den asozialen Raubreformen der
Bundesregierung - sie sind Notwendigkeiten in einem System, das in
seiner allgemeinen Krise nur mit Verschärfung der Ausbeutung und
Krieg seine Profitraten zu sichern versuchen kann. Mögen diese
Auswirkungen für uns hier auch anders aussehen und noch nicht so
bedrohlich sein wie für die Menschen in Asien, Afrika, Lateinamerika:
unsere Gegner sind hier wie dort dieselben, und wie viel näher wäre
eine Welt des Friedens und der Gerechtigkeit, wenn es uns gelänge,
unsere Kämpfe zu vereinen in einer Front gegen die Verantwortlichen:
das Industrie-, Rüstungs- und Bankkapital, verschmolzen zum
Finanzkapital in weltweit operierenden Monopolen. Das was
"Globalisierung" zu nennen modern geworden ist, was den Drang nach
Herrschaft über andere Länder und äußerste Reaktion im eignen Land
bedeutet und wobei die deutschen Monopole immer aggressiver werden -
das alles nennen wir IMPERIALISMUS.
WIR RUFEN AUF ZUM KAMPF GEGEN IHN;
WIR WOLLEN GEMEINSAM UND INTERNATIONAL ZUSAMMEN KÄMPFEN MIT ALLEN,DIE
EINEN BEITRAG DAZU LEISTEN, DEN IMPERIALISMUS UND SEINEN KRIEG FÜR
IMMER AUS DER WELT ZU SCHAFFEN!
HOCH DIE INTERNATIONALE SOLIDARITÄT!

Das Bündnis trifft sich jeden Montag in Hamburg in der "B5",
Brigittenstraße 5, um 19.30 Uhr
Kontakt: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!