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Neofaschisten, Rassisten und Mitglieder rechter Organisationen sind bei allen genannten Veranstaltungen unerwünscht:

 

60 Jahre Neugründung der Freidenker und der Jugendweihe in Hamburg

Kategorie: Hamburg Veröffentlicht: Freitag, 16. September 2005
Vor 60 Jahren, am 8. Mai 1945, wurde Deutschland endgültig von der Nazidiktatur befreit. Die Nachkriegsordnung  wurde  von den vier Alliierten im August 1945, also auch vor 60 Jahren, im Potsdamer Abkommen festgeschrieben. Dieses Potsdamer Abkommen gilt nach Art. 139 des Grundgesetzes in seinen wesentlichen Bestandteilen weiter. So heißt es dort "Die zur Befreiung des deutschen Volkes vom Nationalsozialismus und Militarismus" erlassenen Rechtsvorschriften werden von den Bestimmungen dieses Grundgesetzes nicht berührt. Also die "Weitergeltung der Entnazifizierungsvorschriften" wie es in der Überschrift dieses Artikels heißt.  Darüber und über das Nürnberger Kriegsverbrecher -Tribunal veranstaltet der Verbandsvorstand (VV) des DFV vom  1. bis 3. Oktober eine Konferenz in Berlin und Potsdam  (s. Ankündigung auf der Rückseite). Anmeldungen  leiten wir sofort an den VV weiter. In dieser Nachkriegsordnung wurden auch wieder Parteien zugelassen. Zuerst die KPD und die SPD im Osten, dann zögerlich im Westen auch diese Parteien sowie die CDU und die FDP. Diese Parteien bildeten  zum Beispiel in Hamburg den ersten gemeinsamen Senat als Regierung der Freien und Hansestadt. Schon am  24. Dezember (!) des Jahres 1945 wurde in Hamburg der Freidenkerverband, die 12 bittere Jahre verboten waren, von Sozialdemokraten und Kommunisten und anderen linken Kräften neu gegründet. Ebenso die Jugendweihe, die im Frühjahr 1946 wieder als Arbeitsgemeinschaft Jugendweihe Groß - Hamburg e.V. gegründet wurde. 
Als Helmuth Sturmhoebel, unser langjähriger Erster Vorsitzender des Landesverbands, vor 10 Jahren die Festrede zum 50.  Jahrestags des Wiederbeginns hielt, musste er leider darauf hinweisen, dass Deutschland wieder Krieg führt und mit anderen NATO-Kräften dabei war, Jugoslawien zu zerstückeln und als Einflussgebiete Deutschlands, Frankreichs und der USA aufzuteilen. Über diese "historische" Rede in der "Zinnschmelze" in Hamburg liegt eine Videofilm vor, die  ausgeliehen werden kann. Dass Deutschland wieder Krieg führen kann, zeigt der Beitrag über die Jubelveranstaltung 50 Jahre Bundeswehr aus Kiel. Die militaristischen Traditionen dieser Armee, die mit Hitlergeneralen aufgebaut wurde, kommen immer wieder offen zu Tage - alles entgegen den Bestimmungen des Potsdamer Abkommens als Teil des Völkerrechts und unserer Verfassung. Das zeigt auch der Bericht TAMM TAMM, den wir in dieser Ausgabe veröffentlichen. 3o Millionen Euro gibt der Senat für das militaristische Privatmuseum des Herrn Tamm aus, der einst Vorstandsvorsitzender des Springer- Konzerns war, während den 14 Geschichtswerkstätten der Hansestadt radikal die  finanziellen Mittel gekürzt werden.

Positiv können wir dem entgegenhalten, was die Friedensbewegung der Bundesrepublik in ihrem aktuellen Wahlaufruf  aussagt  und welche Aktivitäten vor Ort, an denen sich in vielen Städten Freidenker beteiligen, wie zum Beispiel am Hiroshima - Tag und am 1. September,
dem  Antikriegstag, der im Osten Weltfriedenstag genannt wird, laufen.  Wir hoffen, dass diese Ausgabe ihre Leser noch vor der Bundestagswahl erreicht.


Uwe Scheer